Obst- und Gartenbauverein Schöllbronn e.V.

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Aktivitäten

Allround-Schnittkurs - Bericht

04.04.2019

 Bernhard Fischer

 Aktivitäten | Presse

 

Die Kreisobstbauberatung des Landratsamts Karlsruhe und der Obst- und Gartenbauverein Schöllbronn hatten zu einem dreitägigen Obstbaum-Schnittkurs "Allrounder" eingeladen. Aufgrund der großen Nachfrage beim vorherigen Termin in Ittersbach wurde dieser Termin zusätzlich angeboten.

 

Am ersten Tag begrüßte Ortsvorsteher Steffen Neumeister die Teilnehmer im Gemeindesaal und freute sich, dass sich so viele Menschen für die Erhaltung von Natur und Landschaft einsetzen. Trotz einiger kurzfristiger Absagen waren es noch 24 Teilnehmer/innen aus Ettlingen, Rheinstetten, Malsch, Waldbronn und Karlsbad, die nach Schöllbronn kamen und an der praxisorientierten Schulung von Referentin Ute Ellwein teilnahmen. Unter den Teilnehmern war auch der zweite Vorsitzende des Bezirksverein der Obst- und Gartenbauvereine Albgau-Ettlingen Herr Josef Wiest sowie Mitarbeiter des Stadtbauamtes Ettlingen.

 

Aufgrund des wechselhaften Wetters musste der Tagesablauf spontan umgeplant werden. Ursprünglich sollte vormittags im Gemeindesaal die Theorie vermittelt und diese nachmittags auf der Streuobstwiese im Gewann Langenbusch (zwischen Schöllbronn und Spessart) in die Praxis umgesetzt werden. Kalter Wind und Regen waren vorhergesagt und zwangen die Teilnehmer dazu, so früh als möglich auf die Wiesen zu gehen und mit der Praxis zu beginnen.

 

Am Anfang stand die Pflanzung von neuen Bäumen. Ein Loch, ein Pfahl, Wühlmausdrahtkorb, Komposterde, etwas Dünger (Nährstoffe und Mineralstoffe) und ein Baum – das sind optimale Startbedingungen. Gepflanzt wurden fünf moderne Apfelsorten, welche robust gegen Krankheiten und daher für den biologischen Anbau geeignet sind.

Nach der Mittagspause, die im Gasthaus Zur Krone in Schöllbronn verbracht wurde, stand die Vermittlung des Erziehungsschnitts für junge Obstbäume (Apfel, Birne, Quitten, Zwetschgen) im Fokus. Mit ihm werden die grundlegenden statischen Voraussetzungen für ein langes Baumleben geschaffen.

 

Der Erhaltungs- und Revitalisierungsschnitt war Schwerpunkt des zweiten Tages. Vermittelt wurde, wie bei großen Bäumen das Volumen reduziert und die Äste entlastet werden. Auch die Notwendigkeit von Licht und Luft zur Gewinnung von schmackhaften Früchten wurde erläutert. Das Erlernte wurde danach in kleinen Arbeitsgruppen anhand von ausgewählten Bäumen diskutiert und umgesetzt. Wo ist die Stammverlängerung? Wo sind die (drei) Leitäste und wo die Fruchtäste? Diese Fragen galt es unter Berücksichtigung von Wachstumsgesetze zu beantworten. Informationen über das richtige Werkzeug und zum Thema Arbeitssicherheit haben die Teilnehmer ebenfalls erhalten.

 

Am dritten Tag lernten die Teilnehmer, welche Besonderheiten es bei verschiedenen Obstarten (Kirsche, Pfirsich, Zwetschgen u.a.) gibt und wie sich diese auf den Baumschnitt auswirken. Auf die Fragen, wann der richtige Zeitpunkt zum Schneiden ist und ob die Frucht am ein- oder zweijährigen Trieb wächst, wurden entsprechende Antworten geliefert.

 

Zum Abschluss stand noch der Schnitt von Sträuchern (z.B. rote und schwarze Johannisbeere) und die Erziehung von Apfelbäumen in Spindel- und Spalierform auf dem Programm. Der praktische Teil für diese zwei Themen wurde bei der Baumschule von Gerhard Hasenhündl in Ettlingen-Schluttenbach durchgeführt.

 

Das Resümee der Teilnehmer fiel sehr positiv aus. Gründe hierfür waren die lebhafte Wissensvermittlung und die kollegiale Atmosphäre in der Gruppe.

 

Allen Teilnehmern wünschen wir viel Erfolg bei der Anwendung der gelernten Inhalte!

 

Literatur zum Thema Baumschnitt: 1x1 des Obstbaumschnitts (Heinzelmann, Nuber), Ulmer-Verlag (empfohlen vom LOGL Landesverband für Obstbau, Garten und Landschaft Baden-Württemberg e.V.)

Teilnehmer Schnittkurs